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Didaktische Modelle – Handbuch Göttinger Katalog

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Didaktische Modelle – Handbuch Göttinger Katalog

Karl-Heinz Flechsig: Kleines Handbuch didaktischer Modelle

Das „Kleine Handbuch didaktischer Modelle“ ist aus dem „Göttinger Katalog didaktischer Modelle“ hervorgegangen, einem Forschungsprojekt des Instituts für Interkulturelle Didaktik der Universität Göttingen.  Es enthält 20 didaktische Modelle  und ist darauf angelegt den Leser vom Wert didaktischer Vielfalt zu überzeugen. Unterschiedliche Lernstile, verschiedene Lernmotivation und –interessen sowie variierende Kompetenzen und Wissensgebiete der Lernenden, als auch die spezifischen Kontexte machen es erforderlich, sich mit der Vielfalt didaktischer Modelle auseinanderzusetzen. Sie bieten durch ihre Anwendung in flexiblen und gestaltbaren Kontexten einen Lösungsweg, um den oft praktizierten Frontalunterricht aufzulockern. Flechsig betont besonders die Wichtigkeit von Kontextanalysen, damit didaktische Modelle adäquat ein- und umgesetzt werden können.

Die Unterrichtswirklich ist von Vielfalt geprägt. So unterscheidet die Didaktik neben sechs Arten von Rekonstruktionsbereichen (bspw. einzelne Veranstaltungen, Bildungs- und Ausbildungssystemen in ihren sozio- kulturellen Kontexten etc.) drei Rekonstruktionsstufen. Diese Rekonstruktionsstufen sind Praxisbeschreibungen, Unterrichtsmodelle und Kategorialmodelle. Das „Kleine Handbuch didaktischer Modelle“ verortet sich in der zweiten Rekonstruktionsstufe, den Unterrichtsmodellen. So sind diese Modelle als Konstruktionspläne und Handlungsempfehlungen zu verstehen. Sie stellen in ihrer Erklärung Grundformen dar und sind durch Varianten flexibel gestalt- und erweiterbar.

Bevor im Weiteren eine kurze Beschreibung der einzelnen didaktischen Modelle erfolgt, soll angemerkt werden, dass diese zwar eine sehr umfangreiche Sammlung darstellen, sie aber leider sehr theoretisch bleiben und keine Indikatoren zur erfolgreichen Umsetzung offerieren.

1)    Arbeitsunterricht

Die Lerner erledigen Aufgaben, die nach Möglichkeit mehrere Aspekte integrieren, individuell oder in Kleingruppen, um Fähigkeiten und Kenntnisse zu üben und anzuwenden.
Varianten: Dalton-Plan, Jena-Plan, Kontraktunterricht, Leistungsbewertungsmethode, Leittextmethode, Montessori-Methoden, Projektseminar, UDIS, Winnetka-Plan

2)    Disputation

Lerner eignen sich Argumentations- und Urteilsfähigkeit durch Rede und Gegenrede an.
Varianten: Strukturierte Podiumsdiskussion, Zwei-Hüte-Disputation

3)    Erkundung

Beobachtung und Datenerhebung der Lerner um Interessen und Standpunkte zu gewinnen und Zusammenhänge zu erfassen.
Varianten: Bildungsreise, Einstellungserkundung, Erkundung mit partiellem Tätigwerden, Erkundungspraktikum, Exkursion, Hospitation, Pacte-Konzept, Photo-Erkundung, Sicherheitsparcours

4)    Fallmethode

Lerner bearbeiten individuell oder in Gruppen Fallbeispiele, um ihr Wissen zu erweitern und ihre Urteils- und Entscheidungsfähigkeit auszubilden.
Varianten: Beurteilungsfall, Entscheidungsfall, Informationsfall, Posteingangskorb-Methode, Problemfindungsfall
Problemlösungsfall, Untersuchungsfall

5)    Famulatur

Jüngere Praktiker eignen sich durch Lernaufenthalt beim „Meister des Faches“ spezifisches Wissen an.
Varianten: Mentorship, Coaching

6)    Fernunterricht

Lerner eignen sich theoretisches Wissen durch die Bearbeitung von Lektüre und Aufgaben an.
Varianten: Electronic University, Funkkolleg, Korrespondenzkurs, Projektgestützter Fernunterricht, Telekolleg, Zeitungskolleg

7)    Frontalunterricht

Lehrergesteuerte Gespräche mit Anschauungsmaterial stehen im Vordergrund um fachspezifisches Orientierungswissen zu vermitteln.
Varianten: Alphabetisierungsmethode nach Paolo Freire, Darbietender Unterricht, Entwickelnder Frageunterricht, Entwickelnder Impulsunterricht

8)    Individualisierter programmierter Unterricht

Lehrer eignen sich mit Hilfe programmierter Lehrtexte in kleinen Lernschritten selbstständig und individuell Kenntnisse und Fertigkeiten an, die genau festgelegt sind.
Varianten: Computergestützter Unterricht, Keller-Plan, Programmierter Gruppenunterricht, Neurolinguistisches Programmieren (NLP)

9)    Individueller Lernplatz

Lehrer eignen sich mit Hilfe von ausgewählten und systematisch geordneten Texten und AV-Medien selbstständig Begriffs- und Faktenwissen an, das zu vorher erarbeiteten Fragestellungen in Beziehung steht.
Varianten: Infothek, Multimedialer Arbeitsplatz

10)    Kleingruppen-Lerngespräch

Lerner eigenen sich durch Informations- und Meinungsaustausch Wissen über persönliche Erfahrungen, Bewertungen und Einstellungen an.
Varianten: Teameffekt-Methode, T-Gruppen-Verfahren, Themenzentrierte Interaktive Methode

11)    Lernausstellung

Lerner eigenen sich an offenen Lernorten Wissen an.
Varianten: Aktivmuseum, Informationsmarkt, Lehrpfad

12)    Lerndialog

Lerner führen mit anderen Personen einen Dialog, um Erkenntnisse über sich selbst und ihre Beziehung zur Umwelt zu erlangen.
Varianten: Sokratischer Dialog, Symmetrischer Dialog, Therapeutischer Dialog, Telefondialog

13)    Lernkabinett

Aus mehreren Handlungsperspektiven heraus eignen sich die Lerner durch reale Tätigkeit in speziell eingerichteten und didaktisch besonders aufbereiteten Lernumwelten theoretisches und praktisches Wissen an.
Varianten: Freinet-Druckerei, Szenario-Methode, (virtual)micro-worlds

14)    Lernkonferenz

Lerner kommen zu ein- oder mehrtägigen Treffen zusammen, um sich gegenseitig Deutungs- und Problemlösungswissen zu vermitteln.
Varianten: Computer-Konferenz, Telefonkonferenz, Telekonferenz, Video-/ Fax-Konferenz

15)    Lernnetzwerk

Lerner erzeugen neues Wissen und vermitteln es sich gegenseitig meist durch schriftliche Mitteilungen.
Varianten: Mail-Box

16)    Lernprojekt

Lerner wirken an Projekten innovativer Praxis mit, um die Anwendung erworbenen Wissens in realen Situationen und Institutionen zu erlernen.
Varianten: Außergewöhnliche/einmalige Experimente, Modell-/Pilotprojekt, Planungszelle, Praktikum

17)    Simulation

Lerner betätigen sich in simulierten Umwelten, um Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit zu entwickeln und zu trainieren.
Varianten: Computer-/Personensimulation, Lernbüro, Plan-/Regel-/Rollenspiel, Simulationsspiel, Simulatortraining, Spiel, Stegreifspiel, Übungsfirma

18)    Tutorium

Lerner vermitteln anderen Lernern Wissen.
Varianten: Autonomes Tutorium, Bell-Lancaster-Methode, TMTD-Methode, Unterrichtshelfersystem

19)    Vorlesung

Lerner nehmen als Zuhörer und /oder Zuschauer an Informationsdarbietungen teil, um sich Wissen und Wertvorstellungen anzueignen.
Varianten: Darstellende/Dialektische/Systematische Vorlesung, Lichtbildvortrag, Vorführung/Demonstration, Podiumsdiskussion

20)    Werkstattseminar

Erfahrene Praktiker, Theoretiker oder Künstler eignen sich in mehrtägigen Kompaktveranstaltungen überwiegend aktuelles Wissen an, das entweder von einzelnen Teilnehmern eingebracht oder aber gemeinsam erzeugt wird.
Varianten: Lernstatt, Qualitätszirkel, Wertgruppe

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